Eine kurze Orgasmusgeschichte und Fragen in den Äther
Wir sind Liebende oder so etwas in der Art und wir vereinigen unsere Körper. Ich reite dich, unsere Blicke treffen sich, meine Hände suchen deine, meine Möse und dein Schwanz sind in Extase durch jede Berührung, die Wärme, die Reibung. Unsere Körper sind feucht, ineinander verschlungen, gemeinsam atmend, gemeinsam bewegend, gemeinsam im Rausch...Genuss Genuss Genuss!
Und dann schleicht sich ein kleiner Gedanke in meinen Kopf ein: Ich reite ja schon eine ganze Weile auf dir und es gefällt mir ganz wunderbar. Ich sollte also vielleicht langsam zum Orgasmus kommen, um dir zu zeigen, wie geil du mich machst, wie gut sich alles anfühlt, wie gut unser Sex ist.
Ich beginne also, mich auf das Gefühl meiner Vulva zu konzentrieren. Ich reite jetzt gezielter, suche einen Rhythmus, auf dem ich den „Höhepunkt“ erreichen kann. Meine Hände lassen deine los, mein Blick entgleitet und in mir ist nur noch Platz für mein vaginales Gefühl bis ich da lande, wo man landen soll; in orgiastischen Zuckungen.
Ja, das war schön und ja, ich freu mich, du freust dich auch und dann blase ich dir noch einen bis du auch kommst und dann haben wir uns ganz toll bewiesen, dass wir ein gelungenes erotisches Zusammensein feiern können.
Und doch fällt mir auf, dass ich, genau in dem Moment, in dem ich anfing, auf meinen Orgasmus zuzusteuern, den Kontakt zu dir etwas verloren habe.
Und so frage ich mich:
Sind Orgasmen eine Bestätigungswährung?
Ist Sex ohne Orgasmus auch gelungener Sex?
Gibt es mehr „Höhepunkt-Gefühle“ als DEN EINEN Orgasmus?
Wie könnte Sex ohne Ziel aussehen?
Ist das, was wir glauben, was Sex ist, was Orgasmen sind, vielleicht nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was es noch alles sein könnte?