Wild (2016)

Nicolette Krebitz

"Wild" ist ein sehr umstrittener Film.

Das erdrückende, in-sich-selbst-eingesperrte Gefühl einer Frau, die vergessen hat, wer und was sie ist, beherrscht den ersten Teil dieser Inszenierung. Eine graue Stadt, wenig soziale Kontakte, ein trostloser Arbeitsplatz und ein sexistischer Vorgesetzter spiegeln die innere Welt von Ania wider. Dann tritt auf eigensinnigen Pfoten ein Wolf in ihr Leben und bewirkt eine langsame aber nicht aufhaltbare Veränderung:
Durch das wilde Tier kommt Ania in Kontakt mit ihrem eigenen tierischen, roheren und pureren Sein. Körperlich, gedanklich und sexuell vollzieht sie eine Verwandlung jenseits irgendwelcher Normvorstellungen.

"Wild" ist von der konkreten Handlung her nicht sonderlich realistisch gezeichnet und liest sich deshalb für mich eher als metaphorisches Werk, in dem eine Befreiung aus gesellschaftlichen Zwängen durch den Kontakt mit dem „inneren Wolf“ möglich wird.

Der Film zeichnet sich durch seine wirklich mutigen und konkreten Szenen aus: Die Kopplung von "Verwilderung", Schmutz und Sexualität, Sodomie-Fantasien, selbstvergessene Selbstbefriedigung und ein radikales Tierisch-Werden werden von der authentischen Lillith Stangenberg großartig verkörpert.

 

Das Beste ist: "Wild" führt zu lebhaften Debatten und regt gemeinsames Reflektieren an!

von Larissa Bolz

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