Secretary (2002)
KURZE ZUSAMMENFASSUNG
"Secretary" ist ein romantisches Comedy-Drama aus dem Jahr 2002 über eine Frau namens Lee Holloway, die nach ihrer Entlassung aus einer Anstalt eine Stelle als Sekretärin bei einem anspruchsvollen Anwalt namens E. Edward Grey annimmt. Im Laufe der Zeit entwickeln die beiden eine BDSM-Beziehung und verlieben sich. Der Film thematisiert Machtdynamiken, Selbstakzeptanz und unkonventionelle Beziehungen. In den Hauptrollen sind Maggie Gyllenhaal und James Spader zu sehen.
Für viele Menschen, die eine Zuneigung zum Kink und BDSM haben ist dieser Film eine wichtige Erkenntnis gewesen. Ein erster Einblick in Beziehungs-Dynamiken, die von den Gesellschaftlichen Normen und den meisten Filmdarstellungen abweichen.
"Secretary" ist ziemlich bekannt für seine erste Spanking Szene, bei der Lee gebeugt über dem Schreibtisch einen Brief vorliest den sie falsch getippt hat.
WAS AN DEM FILM TOLL IST
Ein besonderer Aspekt des Films ist, dass beide Charaktere unperfekt dargestellt werden und Fehler machen. Es gibt viele Szenen, die die Schönheit der Dynamik der Dominanz und Unterwerfung hervorheben. Eine davon ist die offensichtliche Erleichterung von Lee, wenn sie Anweisungen von Edward bekommt. Eine andere ist die Beschreibung des Gefühls, auf sein Befehl einen Spaziergang zu machen. Diese Momente machen den Film besonders und zeigen die Tiefe der Beziehung zwischen den beiden Charakteren.
"Secretary" zeigt, dass auch der Dominante, Edward Grey, Unsicherheiten hat und Schwierigkeiten bei der Akzeptanz seiner Neigungen und Anziehungen. Es ist den Zuschauenden jedoch klar, dass beide Hauptcharaktere die Interaktion genießen und dass sie beide davon Erfüllung und Freude, sogar Erleichterung, verspüren.
MEIN LIEBLINGS-MOMENT: DIE SPAZIERGANG-SZENE
Diese Szene findet statt nachdem Edward Lee befehlt, sich nie wieder selbst zu schneiden. Er befehlt ihr, alleine nach Hause spazieren zu gehen, damit sie ihre Entlastung auf eine gesündere Weise bekommt. Dann sieht der/die Zuschauer*in zu, wie Lee in einen Park geht und wir hören ihre Stimme aus dem Off:
"Ich nahm eine Abkürzung durch den Hawkins Park und es kam mir so vor, als hätte ich noch nie alleine einen Spaziergang gemacht. Und als ich darüber nachdachte wurde mir klar, dass ich wahrscheinlich tatsächlich noch nie alleine spazieren gegangen war. Doch da ich seine Erlaubnis dazu hatte das zu tun, oder vielmehr seinen Befehl, war es, als würde er mir Halt bieten als ich so allein da entlang ging. Ich hatte das Gefühl er sei bei mir.”
DAS THEMA DES KONSENS UND DER KOMMUNIKATION
Beide Protagonisten stolpern in ihre Dynamik ohne Vorgespräch. Nach dem ersten Spanking spult der Film vor zu einer eingeübten Routine zwischen den beiden, bei der offensichtlich ist, dass sie es genießen. Das Gespräch oder der Prozess zu dieser eingeübten Dynamik bleibt dem Zuschauer jedoch verschlossen.
Doch plötzlich und ohne Vorwarnung oder Erklärung, beendet Edward das Verhältnis.
Es gibt definitiv eine für meine Sicht mangelnde Kommunikation für die meiste Länge des Films. Dies ist jedoch Absicht und führt zu einer starken Spannung und Verwirrung, die die letzten 30 Minuten umso kraftvoller machen. Ohne zu spoilern, kann ich sagen, dass am Ende des Films die Beziehung schön und klar kommuniziert zu sein scheint.
Der Film zeigt, dass Kommunikation in einer Beziehung, auch in einer Dynamik der Dominanz und Unterwerfung, von entscheidender Bedeutung ist und dass ohne sie^alles schnell sehr messy werden kann.
Allgemein ist "Secretary" ein toller und liebevoll gemachter Film und super empfehlenswert!