Der Phallus – Von der Magie der Männlichkeit im Wandel der Epochen

Karlhans Frank

Es handelt sich hier um einen, in den 80er Jahren geschriebenen, Sammelband über die „Kulturgeschichte“ des Phallus.

Karlhans Frank macht sich stark für das Erscheinen des Penis (und der Sexualität im allgemeinen) in der Geschichtsschreibung, wo diese oft geflissentlich übersehen, ignoriert oder schlichtweg gestrichen werden. Wissenschaftler*innen beschäftigen sich mit allem Möglichen, „anstatt nur einmal das vorliegende Material auf die wichtige Frage hin zu sichten: Wie haben unsere Vorfahren gefickt?“ (Zitat aus dem Buch)

 

An dieser Stelle sei gesagt, dass die Kulturgeschichte der Vulva natürlich ein ebenso wichtiges wie spannendes Thema wäre; unser Autor befasst sich aber nun erst einmal mit dem ihm eigenen Sexualorgan.

 

Man wird im Buch in kurzen Einblicken durch Epochen und Kulturen geführt, von der Prähistorie zu den alten Hochkulturen bis ins moderne Abendland; inhaltlich finden sich dann jeweils kulturwissenschaftliche Forschungsberichte, Kunstwerke und deren Einordnung, sowie allerlei Schwänke und Mythen aus den verschiedenen Völkern.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass auch die Ägypter eine Art Kamasutra-Schrift hatten? Das so genannte „Turiner Papyrus“, in dem verschiedene Sexpositionen aufgezeichnet waren.

Leider schaffen es die wenigsten solcher Dokumente durch die sexualfeindliche Zensur späterer Kulturen und Religionen hindurch zu überleben.

 

Für meinen Geschmack ist der etwas übertrieben lustige Schreibstil zwar auf die Dauer nervig,

was mir am „Phallus“ aber sehr gut gefällt, ist, dass man beim Lesen ins Nachdenken und sich Wundern gerät und einen die zeitlich und kulturell vollkommen unterschiedlichen Betrachtungsweisen des Penis, aber auch der Sexualität im Ganzen, aus der eigenen geprägten Gedankenblase herausholen.

 

Also, ein durchaus empfehlenswertes Buch zum Stöbern und selbst vertiefen!

 

 

Du bist ein*e Künstler*in?

Dann schreib uns einfach, was du kreiert hast. Wir berichten gerne über dich und deine Arbeit.